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VATER GUSTAV SCHMAHL

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Seine eigene Lebens-Reise startet er 1969 in Potsdam. Daniel

Schmahl ging bei einer Musikerfamilie an Bord, als er das Licht

der Welt erblickte. Der große Käpt‘n – Vater Gustav Schmahl

– ist selbst als einer der bedeutendsten deutschen Sologeiger

der Nachkriegszeit unterwegs. War unter anderem Schüler des

großen russischen Violinenvirtuosen David Oistrach.

Also bettelt, fordert Klein-Daniel: „Ich möchte auch Geige spie-

len!“ Da ist er gerade mal vier. Zwecks Wunscherfüllung pen-

delt das musikversessene Kind dann zeitweise von Potsdam

nach Leipzig zum Geigenunterricht. Damit nicht genug: Daniel

Schmahl heuerte zusätzlich beim Gesangsunterricht an, probiert

sich auf Fagott und Klavier.

Ein Trompeten-Konzert mit „King Ludwig“ Güttler in der Leipzi-

ger Thomaskirche ist die Offenbarung. „Mit 14, 15 wusste ich:

Genau DAS will ich machen“, kommentiert der Musiker aus

heutiger Sicht dieses richtungsweisende Erweckungserlebnis in

Bachs heiliger Halle. Doch noch liegt ein langer und gar nicht

gradliniger Weg vor ihm. Er ist auch spät am Start. Mit 16 – also

„eigentlich sieben Jahre zu spät“ (Schmahl) – beginnt er, dass

Trompetenspiel zu erlernen. Schon eineinhalb Jahre später wird

die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule „Hans Eisler“

Berlin bestanden.

Als Studiosi an der Spree hatte

er sich zwar für die weit übers

Land und Meer schallende

Trompete entschieden. Läuft

aber prompt in die verkehrte

Richtung los. Ein erster grö-

ßerer Richtungswechsel in

die „richtige“ Richtung ist

dann der Wechsel an die Hochschule nach Weimar. Dort ändert

er die Methodik des Spiels, wie man auch ausgetretene Wander-

schuhe tauschen würde. Den Klang-Reise-Pass erwirbt er 1998

mit dem Examen an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“.

Der musikalische Globetrotter Daniel vervollkommnet sein mu-

sikalisches Handwerk in Meisterkursen wie bei Malte Burba,

Ludwig Güttler oder im Ensemble „German Brass“. „Malte Bur-

ba war mein musikalischer Lebensretter.“ Dieser professionelle

Guide steht ihm bis heute zur Seite, nordet ihn immer wieder

richtig ein.

Prof. Malte Burba hat ein Körperfunktionstraining entwickelt,

das speziell auf die Bedürfnisse von Blechbläsern abgestimmt

ist. Zu den Schülern, die sich bei ihm Wegweisungen abholten,

gehören Joo Kraus, Axel Dörner, Chris Walden und Till Brönner.

Kein Organist der Welt spielt ohne Orgelmotor, kein Autolenker

käme auf die Idee, ohne pferdestarkes Triebwerk loszufahren.

Und beim Trompeter muss der Körper perfekt funktionieren. Das

eben habe Burba „repariert“.

Mit einer durchaus musik-reise-tauglichen Mannschaft aus

den Reihen der Neubrandenburger Philharmonie, gab Daniel

Schmahl sein Solo-Debüt mit dem „Konzert für Corno da cac-

cia und Orchester von J.J. Quantz“ bei einem Kirchenkonzert

in St. Johannis zu Neubrandenburg. Zum Einsatz kommt hier

ein weiteres Instrument – das Corno da Caccia. Seither steuert

LEUCHTTÜRME, SICHERE HÄFEN, NEUE ROUTEN

EIN LEBENS-REISE-BERICHT: